| Die Nationalbibliothek des deutschsprachigen Gedichtes schrieb am 16.07.2003 |
Sehr geehrter Herr Jonas,
lieber Autor,
schön, dass Sie sich am sechsten Wettbewerb der Nationalbibliothek des deutschsprachigen Gedichtes beteiligt haben. Dafür danken wir Ihnen. Im Folgenden erhalten Sie die angekündigte Bewertung Ihres Beitrages.
Thematisch umkreisen Sie vor allem die Welt der Empfindungen. Die Jury hat sich
zur Beurteilung Ihrer Arbeit intensiv mit den sprachlichen, inhaltlichen,
poetischen und kreativen Aspekten Ihres Gedichtes "Grau" beschäftigt.
Der Text, den Sie eingesandt haben, erzeugt mit Ihren eigenständigen Einfällen (was sich zum Beispiel in der Wendung "Es färbt der Herbst die Seele grau" ausdrückt) eine den dichterischen Anforderungen gewachsene Sprachschöpfung. Sie haben sich erkennbar um inhaltliche Aussagekraft bemüht. In punkto Bilderreichtum
ist deutlich wahrnehmbar, dass Sie im poetischen Ausdruck firm sind.
Warum das Herz blau und die Seele grau wird, ist aus diesem Beitrag nicht ganz
ersichtlich. Gemeinsam betrachtet, zeigen alle diese Punkte schon ein lyrisches Gestaltungsvermögen persönlichen Zuschnitts. In Bezug auf Ihren weiteren Werdegang in der Dichtkunst möchten wir Sie darin ermutigen, Ihren eigenständigen
Stil beim Schreiben weiter zu entwickeln und zu vertiefen. Ihre Leistung
vermittelt schon einen recht homogenen Gesamteindruck, Sie sollten jedoch auf eine größere inhaltliche Eigenständigkeit achten.
Ich darf Ihnen mitteilen, dass ich Ihr Gedicht zur Entscheidung über die Aufnahme in die nächste Anthologie-Buchausgabe an das Lektorat der Nationalbibliothek des
deutschsprachigen Gedichtes weitergeleitet habe. Es wird sich mit Ihnen im
September in Verbindung setzen.
Mit den besten Wünschen für die weitere Beschäftigung mit der dichterischen
Schaffenskraft,
Dr. Klaus Pemsel, Vorsitzender der Jury
|
|